Aktuelle News    

                                                                         

Hier finden Sie Neuigkeiten rund um unser Arbeitsgebiet. Außerdem können Sie sich hier stets über Veranstaltungstermine in unserer Praxis informieren. (Aktivitäten, Schulungen, Tag der offenen Tür, Vorträge) 


 

10.08.2018.   Das Jahr 2018 kann als ein bedeutendes Pollenflugjahr festgehalten werden. Während die Monate Januar bis März keine wesentlichen Belastungen durch Haselstrauch- und Erlenpollen aufwiesen, startete der Birkenpollenflug gegen Ende der Osterwoche wie mit einem Paukenschlag. Die Botaniker sagen, das Mastjahr habe die hohe, aber nicht lang andauernde Pollenbelastung der Luft hier im Rheinland bewirkt und alt bekannte wie auch neu hinzukommende Allergiker mit Triefnase, Augenrötung und -tränen leiden lassen. Viele Patienten haben sich sogar nicht mehr aus dem Haus getraut. Hinzu kamen oftmals auch Asthmabeschwerden, die in Einzelfällen nur durch eine Cortisoninjektion akut zu lindern waren. Unter dem übergangslosen anhaltendem trocken Sommerwetter (einen Frühling hat es diesjährig wohl nicht gegeben) kam in den ersten Maitagen eine sogleich hohe Gräserpollenbelastung hinzu, die bis Ende Juni anhielt.. Das übliche Problem mit Niesen, Niesattacken, Naselaufen und Augenjucken und-tränen wurde auch hier zum ständigen Begleiter. Wenn in der Vergangenheit bei unwirksamen antiallergischen Tabletten (Anthistaminika) noch in bestimmten Fällen (Nasenverstopfung) cortisonhaltige Nasensprays (Beclomethason, Fluticason und Mometason), die zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verschrieben werden konnten, Linderung verschafften, sind diese seit dem 15. Okt. 2016 aus der  Verschreibungspflicht entlassen worden sofern es sich um eine saisonale Allergie handelt. Dies bedeutet, dass sich jedermann das hilfreiche Medikament bis zu einer vorgeschriebenen Tageshöchstdosis selbst kaufen kann. Dies hat aber auch zur Folge, dass die eigentlich notwendige Dauertherapie einer dem Pollenflug folgenden Hyposensibilisierungsbehandlung als einzige ursächliche Therapie aufgeschoben, vergessen oder verdrängt wird. Die Gefahr liegt nämlich auf der Hand, dass aus einem sehr lästigen Heuschnupfen ein allergisches Asthma mit weit unangenehmeren Auswirkungen werden kann. Deshalb die dringende Empfehlung, nicht aus der Situation heraus ein cortisonhaltiges Nasenspray zu kaufen, sondern zunächst den Rat eines Allergologen einzuholen. Bereits ein Jahr, in dem keine den Symptomen entsprechende Therapie durchgeführt wurde, kann mehrere leidvolle Beschwerdejahre nach sich ziehen.                                                                               Im vergangenen Jahr hat sich die Situation Allergiekranker erneut nicht wesentlich geändert. Auch wenn durch neu hinzugekommene individualisierte Behandlungsformen von Heuschnupfenallergikern und weiter verbesserte Diagnoseverfahren bei Pollen- und Insektengiftallergikern (Möglichkeit der  verfeinerten Bestimmung von rekombinanten Pollen/Insektengiftallergenen mit Verbesserung des Therapieerfolgs, molekulare Allergenkomponentendiagnostik bei Nahrungsmitteln) Fortschritte erzielt wurden, bleibt die 'Volksseuche Allergie' dennoch ein großes gesundheitliches wie ökonomisches Problem. Zudem bleibt der Anteil der Allergiker, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen einer leitlinienkonformen Therapie bedürfen, weiterhin zu hoch. Dabei kommt den Allergikern jetzt auch zugute, dass nach wissenschaftlichen Ergebnissen die Kurzzeitaufdosierung mit wenigen Injektionen (bei Allergoiden) sogar bessere subjektive wie objektie Langzeitergebnisse bewirkt. Ganz nebenbei und nicht unwesentlich auch ein deutlicher zeitlicher Vorteil für die zu Therapierenden.  

      Nach der lang anhaltenden Hitze- und Trockenperiode kann es jetzt durch Gewitterniederschläge zu einer allergischen Belastung der Atemwege infolge Sporen des Schimmelpilzes Alternaria kommen, der bei Feuchtwerden von abgeworfenen Laub und Verrottung aktiv wird . Eventuell auftretende asthmatische Beschwerden dürfen hier nicht allgemein den Gräser-, Beifuß-, Ambrosiapollen angelastet werden. Eine Klärung ist durch einen Allergietest möglich.


Die asthmapräventive und kurative Allergieimpfung (Hyposensibilisierung, spez. Immuntherapie) hat bei den Immuntherapierten ihren Stellenwert bewiesen. 

Die von den Telekommunikationsmedien seinerzeit in den Focus gestellte Ambrosia- (Traubenkraut-, amerik. auch Ragweed-) Allergie hat nach unseren eigenen Beobachtungen zumindest in der rheinischen Tiefebene weiterhin keine Spuren hinterlassen; bislang zeigten sich in unserer Praxis nur ganz vereinzelt Sensibilisierungen im Prick-Test (bei Anwendung von standardisierten Tests) bei infrage kommenden potentiellen Allergikern. Dennoch ist die Gefahr einer weiteren Pollenaussaat im mittel-/ nordeuropäischen Raum und damit auch eine schleichende humane Sensibilisierung nicht zu verharmlosen.   

Was können wir selbst zur Verhinderung einer Ausbreitung beitragen?                         1. erkannte Beifussblättrige Ambrosie ausgraben und pollenflugunschädlich vernichten,                                                                                                                                     2. nur ambrosiafreies Vogelfutter kaufen (danach ausdrücklich fragen), denn gemischtes Vogelfutter ist häufig mit Ambrosiasamen verunreinigt.


Sollten Sie sich über den aktuellen Pollenflug informieren wollen, so machen Sie sich bitte unter der werktäglich aktualisierten Analysenveröffentlichung des Deutschen Wetterdienstes unter www.dwd.de/pollenflug kundig.


Wenn Sie unter Heuschnupfen leiden und sich die Beschwerden unter Anwendung antiallergischer Medikamente nicht erträglich bessern lassen, vereinbaren Sie mit uns einen Termin, damit wir Ihnen einen individuell auf Ihre Beschwerden ausgerichteten Behandlungsplan entwerfen können. Wichtig ist, dass Sie auf keinen Fall Asthmasymptome wie Husten, Luftnot - auch erst unter Anstrengung - und Pfeifgeräusche unnötig hinnehmen: durch bewährte Medikamente kann hier effektiv rasch geholfen  und die Lebensqualität entscheidend verbessert werden. Eine Chronifizierung sollte unbedingt vermieden werden. 


Eine dem Pollenflug anschliessende Immunisierungstherapie sollte nach Prüfung der Voraussetzungen immer in Angriff genommen werden, zumal bislang keine andere wissenschaftlich belegte wirkungsvollere Maßnahme zur Verfügung steht. Besorgten Eltern sei verbindlich mitgeteilt, dass die spezifische Immuntherapie bei Kindern dringend indiziert ist, um eine Verschlimmerung über die Jahre aufzuhalten bzw. sogar zu verhindern und diese völlig harmlos ist, der Pikser schon nach wenigen Malen auf dem Schoß eines Elternteils 'stolz wie Oskar' hingenommen wird.


Das letzte Wort über die Bevorzugung einer sublingualen Immuntherapie (hier gemeint die Therapie mit einer sich unter der Zunge in Sekundenschnelle auflösenden Spezialtablette) gegenüber der bislang rund um unseren Globus bewährten subcutanen (Injektion unter die Haut mit einer feinen Nadel an der Oberarmrückseite) Immuntherapie ist noch nicht gesprochen: hier stehen sich die 'Lager' noch ereifernd gegenüber, die Statistiken sind leider nicht immer wahrhaftig, da die 'gefilterten' Schlussfolgerungen von jeder Seite mal so, mal anders interpretiert werden. Nach aktueller Datenlage können ausschließlich betreffend Gräserpollen beide Anwendungen als gleich wirksam bewertet werden. Auf jeden Fall ist zu bedenken, dass mehr oder weniger unangenehme Wahrnehmungen nach Anwendung der Therapie mit der Impftablette unter der Zunge mitgeteilt wurden, was im  Einzelfall die Therapietreue nicht gerade fördert. Die Produkthersteller wissen anhand der Verfolgung von Verschreibungen über Therapieabbrüchen von bis zu etwa 80% zu berichten. Ein deutscher pharmazeutischer Hersteller hat sich bereits aus der sublingualen Therapie herausgeklinkt. Auf der anderen Seite sind bei Durchführung der sublingualen Therapie anaphylaktische Todesfälle nicht bekannt geworden. Die gelegentlich mitgeteilten und von uns auch gesehenen Schwellungen an der Armrückseite sind zwar im Einzelfall höchst unangenehm, können aber durch eine geschickte individuelle, angepasste Therapie sicher begrenzt werden.


12.03.2016  Darstellung der Diagnostik und Therapie des Asthma bronchiale


 

Vor Therapie des allergischen Asthma bronchiale bedarf es einer korrekten Festlegung des aktuellen Schweregrades. Der Akutzustand der Luftnot verlangt den umgehenden Ausschluss anderer Kurzatmigkeit verursachender Erkrankungen. Medikamentöse oder nicht medikamentöse Therapien ergänzen sich. Therapieziel ist die Unterdrückung der asthmatischen Entzündung und eine Verringerung der bronchialen Überempfindlichkeit und der Atemwegsverkrampfung.
An Arzneien stehen rasch wirksame, mit Atemhilfe anzuwendende atemwegserweiterende Mittel, sogenannte Beta-2-Sympathomimetika und ebenfalls mit Atemhilfe anzuwendende körpereigene, jedoch chemisch hergestellte Nebennierenrindenhormone, sogenannte Corticosteroide zur Verfügung. Heranwachsenden dürfen zur Vermeidung von wesenlichen Nebenwirkungen nur geprüfte Corticosteroide (z.B. Fluticason) verabreicht werden. Gemäss aktuellem Wissensstand sind in der Erwachsenenbehandlung einzuatmende, längerwirksame Medikamente (z.B. Fenoterol, Formoterol, Salmeterol) nur bei ergänzender Therapie mit Corticosteroiden anzuwenden (Ausnahme: Formoterol kann bei Vorliegen einer COPD (d.h. chronisch obstruktive Atemwegserkrankung) auch einzeln angewendet werden. Eingeatmete Corticosteroide lassen eine Wirkung erst nach frühestens 1-2 tägiger Anwendung erwarten.


Für die medikamentöse Therapie des Asthma bronchiale wurde ein Stufenplan entwickelt, der unter dem Titel 'Nationale Versorgungsleitlinie Asthma' bekannt ist, gerade jüngst modifiziert wurde und unter www.versorgungsleitlinien.de nachgelesen werden kann.


Bei Zustandsverschlechterung oder im Akutzustand der Luftnot können als Sofortmaßnahme Corticosteroide als Tablette bzw. Saft (z.B. 25-50mg Prednisolon) oder als Injektionslösung in die Vene (i.v.) gegeben werden. Eine Sauerstoffzusatzatmung über eine Nasensonde ist von Vorteil. Die medikamentösen Maßnahme sind bei unzureichendem Ansprechen anzupassen, ggfls sogar über einige Tage (z.B. in absteigender Konzentration) zu wiederholen. Sollte sich darunter keine Zustandsverbesserung einstellen, ist die stat. Krankenhausbehandlung mit Durchführung weiterführender Maßnahmen geboten.


Allgemein ist zu empfehlen - sofern keine anderweitige medizinische Verhinderung besteht - die Flüssigkeitsaufnahme zu steigern. Hinzuweisen ist auf die Unwirksamkeit von Antihistaminika bei allergischem Asthma bronchiale im Gegensatz zur Wirksamkeit bei Heuschnupfen.


Stark wirksame, über längere Zeit Wirkung entfaltende Nebennierenrindenhormone, sogenannte Depotcorticosteroide, sollen wegen der Gefahr einer möglichen Störung des körpereigenen Hormongefüges und wegen der Gefahr von lokalen Nebenwirkungen (z.B. bei Spritzen in den Gesäßmuskel) nicht gegeben werden.
Schwangere können die schon vor der Schwangerschaft angewendeten antiasthmatischen Medikamente weiter anwenden. Im Asthmaanfall erfolgt die Therapie wie bei Nichtschwangeren unter stat. Beobachtung auch des Ungeborenen.
Das relativ neue Medikament Omalizumab stellt eine Bereicherung in der Therapie des schweren allergischen Asthma bronchiale dar, sollte jedoch nur dann zu Anwendung kommen, wenn alle herkömmlichen, anerkannten und intensiviert angewendeten Maßnahmen erfolglos blieben.
Nichtmedikamentöse Maßnahmen umfassen das Erlernen eines sachgerechten Umgangs mit den Medikamenten, das selbständige Erkennen von Zustandsveränderungen, ein regelmäßiges körperliches Training und eine zwingend notwendige Einstellung des Tabakrauchens.
Eine Behandlung zur Verringerung der Empfindlichkeit auf allergieauslösende Substanzen (z.B. Pollen-, Hausstaubmilbenallergene), auch Hyposensibilisierung, spez. Immuntherapie oder Allergieimpfung genannt, sollte jedoch nur bei ausreichender Atemarbeit (zu überprüfen durch einen Lungenfunktionstest anhand der sog. Einsekundenkapazität) durchgeführt werden.


12.03.2016  Weiterhin keine wegweisende Therapie der ungeklärten chronischen Nesselsucht (Urticaria): 
Trotz ermutigender wissenschaftlicher Ergebnisse und individuellen medikamentösen begleitenden Behandlungsmaßnahmen ist es bislang zu keinem Durchbruch in der Therapie der chronischen Urticaria gekommen. Patientinnen, die mit autologem Serum behandelt wurden, berichten zwar von einer Linderung ihrer Beschwerden, ein Abstellen oder Heilen konnten wir aber leider bei weitem nicht erzielen.  Bei Zusammentreffen von Asthma bronchiale mit Urticaria hat inzwischen die Anwendung IGE-blockierende Antikörper eine Hilfe/Linderung belegen können.  


12.03.2015  Nahrungsmittelallergie  


Um es gleich vorwegzunehmen: echte Nahrungsmittelallergien aufgrund von Unverträglichkeiten spez. Eiweißstrukturen sind eher selten (ca. 3-4% der Bevölkerung) und somit weit geringer als weithin angenommen. Gleichwohl können sie fatale Folgen haben. Dieserhalb einige Symptome, die in der Zusammenschau sehr verdächtig auf das Vorliegen einer Nahrungsmittelallergie sind:
 

  • zeitlicher Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme,
  • Zusammentreffen von Hautbeschwerden oder Luftnot resp. Husten ohne Infektzeichen mit Magen-/Darmbeschwerden,
  • Jucken von Lippen, Gaumen, Rachen nach Essen von frischem Obst, Nüssen oder rohem Gemüse,
  • eigenes erlebtes Auftreten von Hautveränderungen wie Jucken/Kratzen von Lippen, der Haut (auch Hand- u. Fußinnenflächen), Kurzatmigkeit, Bauchschmerzen wie Durchfall und/oder Kreislaufbeschwerden unmittelbar oder rasch nach dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln,
  • Auftreten oder Zunahme von Beschwerden nach sportlicher Betätigung oder körperlicher Belastung

Was passiert überhaupt bei einer allergischen Reaktion?
Nach vorübergehendem Kontakt mit dem Allergen werden sogenannte IGE-Antikörper gebildet. Kommt es später zu erneutem Kontakt mit dem Allergen, können Reaktionen der Schweregrade lästig/unangenehm bis zu lebensbedrohlich auftreten. Eine echte IGE-vermittelte Allergie setzt also immer eine voherige Sensibilisierung voraus. 


Auslöser von Nahrungsmittelallergien im Erwachsenenalter sind häufig Haselnuss/Wallnuss/rohe Mandel, Äpfel/Steinobst, Sellerie, rohe Karotte, die Hülsenfrüchte Erdnuss und Soja, sowie Fisch; eher selten sind Kuhmilch (bei Kleinkindern jedoch häufigstes Allergen, das sich zum Glück bis zum Schulalter meist wieder verliert) und Hühnerei.


Wie kommt man einer Nahrungsmittelallergie auf die Spur? Sicher nicht mit einem einzigen Nachweisverfahren! Gefragt ist hier das geduldige Zuhören des fachlich spezialisierten Arztes, das gezielte Erfragen von Details, um die Verursacher einzukreisen. Desweiteren gehört zum Repertoire der Hauttest (hier Pricktest: die verdächtige Substanz wird schmerzfrei mit einer Lanzette in die unversehrte Haut gebracht und nach 10-15 Minuten eine Reaktion abgelesen und bewertet, optimal ist ein sogenannter Prick-zu-Prick-Test, in dem Spuren des verdächtigen Nahrungsmittels direkt in die Haut gebracht werden), die Blutuntersuchung mit Bestimmung von spezifischen IGE-Antikörpern, ein vom Betroffenen zu führendes Ernährungstagebuch mit präziser Notierung aller eingenommener fester und flüssiger Nahrungsmittel und der wahrgenommenen Symptome. Schließlich kann noch mit Hilfe einer Ernährungsfachkraft bei Anwendung einer Eliminationsdiät oder allergenarmen Basisdiät die Bedeutung einer Unverträglichkeit auf einzelne Lebensmittel geklärt werden. Gekrönt wird die kompetente Diagnostik durch den Provokationstest in dem - nur unter Notfalleingriffsmöglichkeit - das in Frage kommende Nahrungsmittel direkt zum Verzehr gegeben wird.


Zu unterscheiden ist eine echte Nahrungsmittelallergie von einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, obgleich die Symptome gleich sind: bei einer Allergie wird infolge einer Reaktion an den Gewebsmastzellen Histamin als Verursacher einer einer allergischen Erscheinung ausgeschüttet, wogegen eine pseudoallergische Reaktion unabhängig von Antikörperreaktionen durch pharmakologische Mechanismen ausgelöst wird. Blutuntersuchungen sind hier ohne Ergebnis, da sie mangels Beteiligung des Immunsystems im Blut nicht nachgewiesen werden können. Nachfolgend einige Beispiele für pseudoallergische Reaktionen (PAR):
 

  • durch vasoaktive biogene Amine (gefäßaktive Stoffe) in Nahrungsmitteln wie Histamin in Käse, Rotwein, Thunfischkonserven, Serotonin in Bananen, Wallnüssen, Tyramin in Käse, Fisch, Wein, Bananen, Tomaten, Avocados, Phenylethylamin in Schokolade
  • durch natürlich vorkommende Stoffe wie Sulfite in Bier, Wein und Salicylate in Obst und Kartoffeln
  • durch Natriumglutamat, welches bekannt ist als Auslöser des sog. Chinagewürzsyndroms mit folgenden Erscheinungen: etwa 30 min bis 2 Std. nach Genuss von häufig mit Sojasaucen versetzten Speisen kann es zu Herzklopfen, Flush, Kopfschmerzen, Schwitzen und Schwächegefühl kommen
  • durch Histaminintoleranz: Histamin befindet sich sowohl im menschlichen Körper als auch durch seine Vorstufen in vielen Nahrungsmitteln. Abgebaut wird es im Körper durch ein Enzym, die sogenannte Diaminooxidase (DAO). Besteht ein Ungleichgewicht zwischen Anfall von Histamin und dessen Abbau kann es zu Erscheinungen wie Kopfschmerzen/Migräne, Nasenlaufen, Atemwegsbeschwerden bis hin zu Asthma, Magen-/Darmbeschwerden, Juckreiz/Hautrötungen/Quaddelbildung kommen.               

Weitere Ursachen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit:
 

  • Enzymdefekt: Fehlaufnahme von Milch-, Fruchtzucker und Sorbit aus dem Darm durch einen Mangel an Enzymen bzw. im Falle von Fruchtzucker durch eine Darmwandtransportschwäche: der nicht aufgespaltene Zucker gelangt in tiefere Darmabschnitte und wird dort von Bakterien gespalten mit den unangenehmen Folgen wie Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen. Im Gegensatz zur Milcheiweißunverträglichkeit mit Reaktionen bereits auf geringste Mengen können beim Enyzmmangel kleinere Mengen noch toleriert werden.
  • Glutensensitive Enteropathie: bei genetisch veranlagten Menschen tritt eine Unverträglichkeitsreaktion gegenüber der Gliadinfraktion des Glutens, eines Getreideeiweißes mit den Symptomen: Durchfälle, Malabsorptionssyndrom für Vitamine mit den Folgen von Blutarmut, Gewichtsverlust auf

Wo lauern besondere Gefahren für Nahrungsmittelallergiker:
 

  • in Restaurants/an Buffets mit dem Angebot von Fisch/Meeresfrüchten und den Verarbeitungen in Salaten/Soßen
  • in verarbeiteten Lebensmitteln wie Broten, Kuchen, Knabbergebäck, schokoladehaltigen Verarbeitungen als Beispiel bei Nussallergikern
  • bei Aufenthalt in asiatischen Ländern wegen der in der dortigen Küche häufig verwendeten Erdnüsse

Wie beuge ich einer akuten allergischen Reaktion vor?
Oberste Maxime ist das Meiden aller Nahrungsmittel, die selbst nur Spuren von Allergenen enthalten! Tritt dennoch eine leichte Reaktion wie Hautrötung/Nesselsucht, insbesondere zeitverzögert nach Nahrungsaufnahme auf, kann ein Anthistaminikum Linderung verschaffen. Für den Notfall muß bei einer anaphylaktischen Kreislaufreaktion sofort ein Notfallset angewendet werden, der Umgang muss vorher geübt werden. Eine notfallmedizinische ärztliche Versorgung schließt sich zwingend an.
Gibt es die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung gegen Nahrungsmittel?
Positive Behandlungsergebnisse in einer Studie mit Nussallergikern lassen begründete Hoffnung aufkeimen, dass diesen Menschen viel Lebensfreunde und -qualität wiedergegeben werden kann.
Wo kann ich mich weiter informieren? Im Internet unter:
 

  • www.aktionsplan-allergien.de
  • www.dgaki.de                                                                                                                                                                                Was sollte ich auf keinen Fall tuen?
  1. voreilig und unüberlegt Eliminationsdiäten (z.B. Auslassen von Milchprodukten) beginnen, wenn die Diagnose einer Allergie nicht nachvollziehbar und schlüssig erscheint und eine Ernährungsberatung nicht erfolgte,
  2. angepriesene Blutanalysen (insbesondere IGG-AK auf Nahrungsmittel) veranlassen und bezahlen, die mit dem Hinweis angeboten werden, dass die Krankenkasse diese nicht bezahle,
  3. Nahrungsmittelergänzungen einnehmen, wenn die vorherige Allergiediagnostik nicht aufbauend detailliert nachvollziebar erfolgte,
  4. vorschnellen Verboten bestimmter Nahrungsmittel zu folgen, da dies zu einer einseitigen schädlichen Ernährung führen kann,
  5. einer rasch gestellten Diagnose vertrauen, die nicht auf einer nachvollziehbaren diagnostischen Abfolge beruht.

                                

 

Zu guter Letzt:


Leichtsinnige Ärzte,
die in allem den Willen
der Patienten nachgeben,
sind die schlimmste Pestilenz.                                                          


 

Solche Geselen müssen vyll                                                         

Kirchhöfe haben.

Eine große Gottesgabe ist ein
kundiger und kluger Arzt,
der nicht leycht heute dies, 
morgen jenes verordnet.
        
(Martin Luther)


 


 


 

 


 

 

 

Kontakt:

Praxis: Neumarkt 31

(südliche Längsseite des Neumarkts)

Köln-Zentrum ,

1. Stock, Aufzug vorhanden


 

erreichbar mit den KVB Linien:    

1,3,4,7,9,16,18,136 und 146  


 

nächstes Parkhaus: in der Lungengasse


 

 

Tel. 0221/232350
email:                               dr-kirschner@allergodoc.de 


 

 

Sprechzeiten:

Mo, bis Fr.

08:00 - 12:00

Mo., Di,  Do.

15:00 - 18:00

 Telefonsprechstunde:

Mo., Di., Do. 14:45-15.00 Uhr


 

Außerhalb der Sprechzeiten sind wir über die Ansage des Anrufbeantworters erreichbar,der Ihnen auch nachts und an Wochenenden/Feiertagen die Rufnummer des ärztlichen Notfalldienstes oder Auskunft über die Praxisvertretung gibt.